Genau fünf Jahre ist es nun her, dass in Bangladesh das Fabrikgebäudes einstürzte und über 1000 Menschen mit sich in den Tod riss. Im Gedenken an all die Arbeiterinnen, die dort Shirts und Hosen für Primark, H&M und wie sie nicht alle heißen produzierten, wurde die Fashion Revolution Week ins Leben gerufen.

Während dieser Woche soll aufmerksam gemacht werden. Zum Einen, den eigenen Konsum in Bezug auf Mode zu überdenken, zum Anderen sollen aber auch große Modeunternehmen dazu aufgerufen werden, für mehr Tranparenz innerhalb der Wertschöpfungskette zu sorgen.

 

Das Shirt auf dem Foto ist von enna Naturmode und aus 100% Leinen. Die Jeans war einer meiner letzten „Fast Fashion“-Käufe bei Zara, immerhin soll sie zum Teil aus recycleten PET-Flaschen bestehen. Doch stimmt das überhaupt?

 

Das Ziel ist klar: weg von Fast Fashion, hin zu bewusstem Konsum und Fair Fashion. Hergestellt zu fairen Bedingungen, gehandelt zu „normalen“ Preisen. Damit meine ich, dass ein T-Shirt keine 3€ kosten soll/kann/darf und man für eine hochwertige und qualitative Jeans auch mal gerne 80€ ausgeben sollte.

In diesem Sinne haben die Initatoren der „Fashion Revolution Week“ dazu aufgefordert, während der Woche ein Statement zu setzen und die Modefirmen zu Rede und Antwort zu zwingen. Hierzu werden auf allen sozialen Netzwerken Fotos mit diesem Plakat gepostet, auf denen die Labels getagged werden mit dem Aufruf „Who made my clothes?“.

 

Über folgenden Link könnt ihr direkt das Poster downloaden und Teil des Ganzen sein:

WhoMadeMyClothes_poster

 

Doch warum tickt die Gesellschaft in den westlichen Ländern überhaupt so? Wie kam es dazu, dass plötzlich nur noch der Preis eine Rolle spielt? In der Generation meiner Eltern (60er Baujahre) war es noch wichtig, was für eine Qualität ein Kleidungsstück hatte. Denn Kleidung war teuer, man hatte nicht viel Geld, also musst man schauen, dass die Teile möglichst lange hielten. Heute haben wir zwar nicht mehr Geld, dafür aber umso mehr Klamotten. Jeder Deutsche kauft sich im Jahr zwischen 40-70 neue Kleider. Dafür geben wir Frauen rund 600€ jährlich aus, bei den Männern sind es nur knapp über 300€. Und dabei liegen an die 40% unserer Kleidungsstücke die meiste Zeit ungetragen im Schrank.

Im Glauben, sich alles leisten zu können, weil eben alles so billig geworden ist, kaufen wir. Ob der Schnitt zur Figur passt, ein Anlass zum Tragen besteht oder eben nicht: Hauptsache haben.

 

Doch der Trend zeigt in die andere Richtung. Hin zu fairen Handelsbedingungen, fairen Löhnen und sicherern Arbeitsverhältnissen, nicht nur für die Damen im deutschen Einzelhandel, sondern auch für die Näherin in Kambodscha, die ihre 5-köpfige Familie versorgen muss. Und dass wir dafür mehr Geld ausgeben müssen als bisher, ist auch klar. So bleiben zwei Möglichkeiten:

1. in der Menge weniger kaufen, dafür ausgewählte und hochwertige Teile, an denen ein paar Jahre Freude hat,

2. weniger Geld für Technik, Reisen ausgeben. Klingt hart, aber der zweiwöchige Thailand-Urlaub ist definitiv nicht nachhaltig und fördert nur weiter Preis-Dumping in allen Bereichen des Lebens.

Vor allem den zweiten Punkt mögen viele kritisch sehen. Ich jedoch kaufe auch Bio aus Prinzip. Mein Körper ist es mir Wert, dass ich ihm unbelastete und unbedenkliche Lebensmittel zuführe. Und dafür verzichte ich gerne auf die dritte neue Handyhülle oder den wöchentlichen Abend im Club.

 

Falls es Dich interessiert, schau auch gerne mal in meine Rubrik „Mode„, hier berichte ich einiges über haben und nicht haben sowei Second Hand.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.