Paket vor Haustür

Zack, gefällt mir, in den Warenkorb gelegt und direkt bestellt. Shopping ist heute viel einfacher als noch vor 10 Jahren. Keiner muss sich bei der Hitze mehr in unangenehm stickige Umkleiden quetschen und verschwitzt von einer Klamotte in die nächste schlüpfen. Alles geht online mit wenigen Klicks, man muss nicht einmal mehr das Haus verlassen.

Und so trudeln auch bei unseren Nachbarn regelmäßig die Pakete von großen Versandhäusern ein, denn nicht einmal das Zuschicken kostet heute noch was.

Doch welche Auswirkungen hat das auf die Umwelt?

Nur wenige machen sich darüber Gedanken. Der normale Distributionsweg geht vom Lager über den Großhandel zum Einzelhandel. Da ich eine Weile in der Modeindustrie bei einem großen Unternehmen gearbeitet habe weiß ich, dass die meisten Teile in großen Kartons und einzeln verpackt im Laden ankommen, bevor sie auf die Verkaufsfläche gelangen.

Heute ist der Weg vom Lager, über den Großhändler zum Endkunden. Einzelteile wie Socken und ein paar Schuhe in zwei einzelnen Paketen von zwei Online-Shops. Neben dem immensen Verbrauch an Verpackungsmaterial sollte man sich deshalb auch bewusst sein, dass jedes Paket einzeln per Post versendet wird, was zusätzliche Umweltbelastungen darstellt.

Miese Arbeitsbedingungen

Oft hört man in den Medien, dass viele Online-Händler ihre Mitarbeiter unter extrem schlechten Arbeitsbedingungen beschäftigen. Neben geringen Löhnen fällt hier besonders die schwere körperliche Belastung und Überstunden in den Stoßzeiten um Weihnachten ins Gewicht.

Fazit

Ich will Online-Shops aber keinesfalls schlecht reden. Viele kleine Fair Fashion Label zum Beispiel können es sich gar nicht leisten, ihre Produkte auf einer Ladenfläche zu vertreiben. Zudem würde sich dann ihre Zielgruppe immens reduzieren, wenn Waren nur noch lokal angeboten werden könnten.

Dass der Einzelhandel unter der ganzen Online-Bestellerei leidet, ist ein offenes Geheimnis. Viele bevorzugen die bequemen Vorteile des Online-Shoppings, dass es von Zuhause oder auch unterwegs in der Bahn funktioniert und man zeitlich nicht an Öffnungszeiten gebunden ist.

Auch ich bestelle ab und an online. Doch ich überlege mir jedes Mal, ob ich dieses Produkt nicht auch irgendwo anders im Handel bekommen kann. Und auch wenn mittlerweile viele Unternehmen weltweiten Versand anbieten sollte man sich überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, jetzt das T-Shirt aus Australien zu bestellen um damit halt die gute Sache zu unterstützen. Oder ob es nicht auch das Shirt von einem deutschen Fair Fashion Label tut, das eine wesentlich kürzere Anreise hat…

Um den Unmengen an Verpackung zu entkommen am besten vorher beim Online-Shop kurz nachhaken, wie verpackt und versandt wird und gegebenfalls um weniger bzw. gar keine Verpackung bitten. Viele Fair Fashion Label denken in dem Punkt aber auch schon mit. Deren Versandtaschen sind dann beispielsweise aus Gras und die Tüten aus recycletem Plastik. Ganz ohne Verpackung ist oft schwierig, wir wollen ja auch, dass die Produkte in einwandfreiem Zustand bei uns ankommen.

 

 

2 Kommentare
  1. Dennis von EcoYou
    Dennis von EcoYou sagte:

    Hey Aika,
    vielen Dank für den tollen Artikel!

    Ich finde auch, dass der Online Handel auf der einen Seite viele Probleme verursacht z.B. durch schlechte Arbeitsbedingungen und die ganzen Verpackungen aber eben auch viele Chancen eröffnet. Zu mindest bezüglich der Verpackung wäre es interessant zu wissen ob es nicht eine Möglichkeit gäbe, anstelle von Papier und Plastikverpackungen standatisierte und wiederverwendbare Verpackungen zu nutzen. Damit könnte dann immerhin schon mal ein Problem verkleinert werden. 🙂

    Mit lieben Grüßen
    Dennis

    Antworten
    • aika
      aika sagte:

      Hallo Dennis,
      auf jeden Fall, ich gebe dir voll und ganz recht! Gerade im Bereich Online-Shopping besteht (wie in so vielen anderen Bereichen auch) massiv Potential nach oben. Einige wenige setzen das auch schon wunderbar um, ihr vermutlich in eurem Shop auch, oder? Leider ist die nachhaltige Variante nur oft noch die, die mit höherem Aufwand oder höheren Kosten verbunden ist, deshalb steht bspw. Plastik als Füllmaterial nach wie vor an erster Stelle.
      Finde euer Konzept im übrigen sehr gelungen, großes Lob und weiter so!!
      Liebe Grüße
      Aika

      Antworten

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