Wenn richtig schon immer falsch war?

Die Füße aus dem Bett, ich tapse ins Bad. Ein kurzer Blick in den Spiegel verrät mir, dass die Haare leider nicht noch einen Tag gehen. Also ab unter die Dusche. Das neue Shampoo mit MacadamiaGojibeere und ägyptischem Weihrauch füllt bald das ganze Badezimmer aus. Noch schnell die Spülung drauf und weil es so schön ist, bleibe ich nur noch ganz kurz unter dem warmen Rinnsal stehen. Ach, ein bisschen wärmer wäre eigentlich schön, dann bleibe ich eben doch noch ein bisschen stehen. So, nun ist aber gut, in Afrika verdurstet sonst wieder ein Kind. Schnell noch Zähne putzen, ich quetsche den letzten Rest aus der Tube. Etwas Rouge und Wimperntusche auflegen und ich bin bereit für den Tag.

So oder so ähnlich sieht vermutlich von vielen von uns ein typischer Morgen aus. Was wir tun und was wir nicht tun, wird uns größtenteils von den Eltern mit auf den Weg gegeben. Erst als Jugendlicher, wenn eh alles blöd ist und uns keiner versteht, fangen wir an, Dinge zu hinterfragen. Dinge, die für uns bis dato völlig selbstverständlich waren, die wir als gut empfunden und daher ohne darüber nachzudenken übernommen habe. Man vertraut eben auf die Schwarmintelligenz. Und genau das ist der Punkt! Um nachhaltig etwas zu bewegen und zu verändern müssen wir raus aus unserer Komfortzone. Raus aus Jeden-Sonntag-ausschlafen-und-den-Tag-vorm-Fernseher verbringen.

Sich nicht endlos treiben lassen weil diese kleine Blase, die man sich über all die Jahre aufgebaut hat gerade so gemütlich ist. Sich seines Verhaltens bewusst werden und Dinge zu hinterfragen macht erst einmal Angst. Denn plötzlich muss man Verantwortung für sein Tun übernehmen, so richtig erwachsen sein. War es doch noch schön einfach, als ich noch ganz ohne Hintergedanken in den Wald spazieren gehen konnte. Natürlich ist mir auch damals schon aufgefallen, dass oft viel Müll an den Wegrändern lag. Doch was ging das mich an? Und dann kommt dieser Punkt, dieser eine kleine Moment, der einem zunächst vielleicht gar nicht bewusst ist. Ab diesem Punkt wird man nie wieder an leeren Getränkekartons und Schokoriegelverpackungen vorbei laufen können. Ab diesem Punkt ist man getriggert und es bringt einen zur Weißglut, wie andere Menschen acht- und scheinbar kopflos durch die Welt spazieren.

Doch was kann ich tun?

Eine sehr oft gestellte Frage. Leute, wir leben im digitalen Zeitalter. Jeder, der das hier liest hat Zugang zum Internet. Informiert euch! Wissen ist Macht, das wusste schon Francis Bacon zur Zeit der Aufklärung. Denn genau diese Aufklärung ist nötig und wir alle besitzen das Privileg, dass sie zugänglich ist für uns. Also nutzt eure Möglichkeiten, sucht auf Instagram nach Greenfluencern und lasst euch verzaubern von Mülltagebüchern, selbst gemachter Pflanzenmilch und Wochenmarkt-Hauls.

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